Schilddrüse und Kinderwunsch: Macht eine Fehlfunktion unfruchtbar?

Die Schilddrüse bei Kinderwunsch ertasten

Du möchtest schwanger werden, hast aber eine Schilddrüsenfehlfunktion? Wir zeigen Dir, wie Du eine Schilddrüsenfehlfunktion erkennen und behandeln kannst, um den Kinderwunsch wahr werden zu lassen. Zusätzlich erfährst Du, ob du Nahrungsergänzungsmittel mit oder ohne Jod nehmen solltest und welche TSH-Werte wichtig sind.

Beeinflusst eine Schilddrüsenfehlfunktion die Fruchtbarkeit?

Bei etwa 10% der Frauen ist die Schilddrüse für eine ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich. Wenn Du schwanger werden möchtest und es nicht direkt klappt, wird es höchste Zeit mehr über das kleine Organ und seine Funktion zu lernen. 

Welche Funktion hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse wird auch als Schmetterlingsorgan bezeichnet und sitzt am Hals direkt unter dem Kehlkopf vor der Luftröhre. Sie versorgt Dich mit wichtigen Hormonen, für deren Produktion Jod als Grundstoff benötigt wird. 

Die in der Schilddrüse gebildeten Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (Tetraiodthyronin, T4) spielen eine sehr wichtige Rolle beim Erfolg einer Schwangerschaft und dem damit verbundenem Kinderwunsch. Gerät das Gleichgewicht dieser Hormone aus den Fugen, kann eine Schwangerschaft ausbleiben.

Kinderwunsch- und Schwangerschaftsvitamine: Mit oder ohne Jod?

Bei Kinderwunsch und Schwangerschaft gelten folgende Faustformeln: 

  • Bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), sollte kein zusätzliches Jod aufgenommen werden, d.h. am besten kauft man Kinderwunsch- und Schwangerschaftsvitamine ohne Jod

Bei einer gesunden Schilddrüse oder einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann man zu Kinderwunsch und Schwangerschaftsvitaminen mit Jod greifen.

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Die Rolle von Jod bei Schilddrüsenfehlfunktion

Für die Produktion der “Schwangerschaftshormone” braucht Dein Körper besonders viel Jod, weshalb ein bereits vor der Schwangerschaft ausgeglichener Jodhaushalt wichtig ist. Ist eine Schilddrüsenfehlfunktion gegeben, gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht und produziert nicht mehr die erforderliche Menge an Jod und Schilddrüsenhormonen. Dabei wirkt sich Jod bei einer Unter- oder Überfunktion unterschiedlich aus.

Jod bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Unterfunktion werden nicht genügend Jod und damit auch nicht genügend Schwangerschaftshormone produziert. Zusätzlich erhöht sich das Risiko für einen Kropf (Struma), der besonders häufig bei einem Jodmangel auftreten kann.

Jod bei Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann eine Nahrungsergänzung mit Jod wiederum schädlich sein. Durch die bereits stark angeregte Hormonproduktion ist es wichtig, dass die Jodzufuhr möglichst gedrosselt und auf zusätzliches Jod, wie etwa in Jodtabletten, verzichtet wird.

Was sind Anzeichen für Jodmangel?

Jodmangel zeichnet sich vor allem durch folgende Symptome aus:  

  • Gewichtszunahme,
  • Müdigkeit,
  • Kraftlosigkeit,
  • Haarausfall
  • Schuppen,
  • trockene Haut sowie 
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Wie wirkt sich eine Schilddrüsenstörung auf den Kinderwunsch aus?

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann sowohl mit einer Schilddrüsenüberfunktion als auch mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergehen und die Fruchtbarkeit stark beeinflussen. Dabei sind die Schilddrüsenhormone, die in der Schilddrüse produziert werden, essentiell für die optimale Steuerung von allen Vorgängen, die zu einer Schwangerschaft führen können. 

Das kleine aber sehr wichtige Organ steuert auch das optimale Verhältnis von Östrogen und Progesteron: Östrogen regelt dabei den Zyklus, während Progesteron (auch als Gelbkörperhormon bekannt) die Gebärmutterschleimhaut heranreifen lässt und für eine ausreichende Durchblutung sorgt. Sowohl Sexual- als auch Schilddrüsenhormone stehen in einem engen Verhältnis zueinander, um eine reibungslose Schwangerschwaft ermöglichen zu können. Gerät dieses sensible Hormongleichgewicht aus den Fugen, kann die Eizellreifung und der weibliche Zyklus stark gestört werden.

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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden Hormone in der Schilddrüse in zu geringer Menge produziert. Dadurch wird der Stoffwechsel verlangsamt und die Hormonbildung beeinträchtig. Durch die zu geringe Bildung der “Schwangerschaftshormone” T3 und T4 kann eine Unterfunktion zur Unfruchtbarkeit beitragen. Eine Unterfunktion ist dabei häufiger zu beobachten, als eine Überfunktion. 

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Im Gegensatz dazu werden bei einer Schilddrüsenüberfunktion große Mengen an Thyroxin und Triiodthyronin produziert und bringen den Stoffwechsel auf Hochtouren. Dies kann dazu führen, dass Paare lange auf das Wunschkind warten müssen, da die Hormone nicht ausbalanciert sind.

Welche Symptome hat eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Unterfunktion wird häufig eine Leistungs- und Konzentrationsschwäche beobachtet. Müdigkeit, Störungen des Orientierungssinns und des Gedächtnisses können weitere Anzeichen einer Unterfunktion sein. Zudem wird oft von einer gesteigerten Kälteempfindlichkeit und verlangsamten Reflexen, sowie vermehrten Muskelkrämpfen berichtet. 

Weitere mögliche Symptome einer Unterfunktion:

  • Gewichtszunahme
  • Depressive Stimmung
  • Langsamerer Herzschlag, Vergrößerung des Herzens, niedriger Blutdruck
  • Sexuelle Lust verringert sich
  • Verstopfung
  • Verringerte Fruchtbarkeit und Potenz

Welche Symptome hat eine Schilddrüsenüberfunktion?

Typische Symptome einer Überfunktion sind Unruhe, Nervosität, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit. Durch die beschleunigte Hormonproduktion leiden viele Menschen zusätzlich an Schlafstörungen, heftig empfundenem Herzklopfen und Herzrasen.

Weitere Symptome einer Überfunktion:

  • Verstärktes Durstempfinden und Schwitzen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Empfindlichkeit gegenüber Wärme
  • Gewichtsabnahme mit einhergehendem Heißhunger
  • Haarausfall
  • Menstruationsstörungen
  • Vergrößerung der Schilddrüse

Wie wird eine Schilddrüsenfehlfunktion diagnostiziert?

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Diagnose führt Dich zu einem Hausarzt, Facharzt für Endokrinologie oder Frauenarzt. Im Erstgespräch wird schließlich Deine Krankengeschichte analysiert. Dabei fragt Dich der Arzt nach Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und Deinem Essverhalten (siehe Jodmangel).

Auf die Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Dein Arzt die Schilddrüse abtastet. Dadurch kann er feststellen, ob die Schilddrüse vergrößert ist oder ob Knötchen vorzufinden sind. Manchmal führt der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durch. Dadurch kann er die genaue Lage und Größe der Schilddrüse bestimmen. 

Die Blutuntersuchung als Diagnosegrundlage

Die besten Ergebnisse über eine mögliche Schilddrüsenerkrankung liefern jedoch Blutuntersuchungen. Hier wird vor allem die Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4, sowie der TSH-Wert (ein von der Hirnanhangsdrüse freigesetztes Hormon zur Stimulierung der Schilddrüse) untersucht. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind die T3- und T4-Werte erhöht, während der TSH-Spiegel niedriger ist. Bei einer Unterfunktion ist der TSH-Spiegel in den meisten Fällen erhöht (mehr zum optimalen TSH-Wert). 

Wie wird eine Schilddrüsenstörung behandelt?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird der Hormonmangel mit Hormontabletten ausgeglichen. Hier ist das Mittel der Wahl “L-Thyroxin”. L-Thyroxin ist ein synthetisch hergestelltes Hormon, wirkt dabei aber wie das natürliche Hormon T3. Viele Ärzte verschreiben L-Thyroxin auch zur Behandlung eines Kropfes (Struma) oder um diesen nach einer OP vorbeugen zu können. 

Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, wird diese durch “Schilddrüsenblocker” (Thyreostatika) behandelt. Diese Medikamente bewirken eine geringere Zirkulation der Hormone im Blut und bringen den Hormonhaushalt wieder in die richtige Balance. Bei einer bestehenden Schwangerschaft solltest Du darauf achten, Schilddrüsenblocker nicht parallel mit L-Thyroxin einzunehmen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei einer Überfunktion:

  • Radio-Jod-Therapie (nicht bei schwangeren oder stillenden Frauen)
  • Operativer Eingriff
  • Ernährungsumstellung 

Kinderwunsch mit Hashimoto-Thyreoiditis: Was tun?

Neben einer Schilddrüsenunter- und Überfunktion kann auch eine Schilddrüsenentzündung der Grund für eine Unfruchtbarkeit sein. Hashimoto-Thyreoiditis ist dabei die häufigste Form und kann zwei verschiedene Verlaufsformen einnehmen.

  1. Vergrößerung der Schilddrüse bei gleichzeitiger Funktionsbeeinträchtigung
  2. Schilddrüsengewebe wird zerstört, das Organ verkümmert

Auswirkung einer Hashimoto-Thyreoiditis bei Kinderwunsch

Die Ursachen für eine Hashimoto-Thyreoiditis sind bis dato ungeklärt. Es ist lediglich bekannt, dass Antikörper gegen die Eiweiße der Schilddrüse gebildet werden und dadurch eine chronische Schilddrüsenentzündung entsteht. Diese anhaltende Entzündung führt dazu, dass Schilddrüsengewebe zerstört wird und sich eine Schilddrüsenunterfunktion bildet. 

Behandlung einer Hashimoto-Thyreoiditis 

Die Behandlung einer Hashimoto-Thyreoiditis erfolgt dabei nach denselben Mustern wie bei einer Unter- oder Überfunktion. Bei einer Überfunktion nimmt man Hormonblocker ein, während bei einer Unterfunktion künstliche Hormone gereicht werden, um das Gleichgewicht im Hormonhaushalt wiederherstellen zu können.  

Schwanger werden trotz Hashimoto-Thyreoiditis

Falls Du eine Hashimoto-Thyreoiditis hast, muss eine Unfruchtbarkeit kein Dauerzustand sein. Diese liegt nur deshalb vor, weil der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mit einer fachärztlichen Behandlung könnt Ihr Eurem Wunschkind also einen Schritt näherkommen!

Welche Nahrungsergänzungsmittel benötige ich mit Hashimoto? 

Bis dato gibt es keine spezielle Diät, die Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis einhalten könnten. Es gibt jedoch bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die den Verlauf der Entzündung beeinflussen können. Um genau feststellen zu können, bei welchen Nährstoffen Du ein mögliches Defizit hast, kannst Du diese bei einem Arzt untersuchen lassen. 

Welche Rolle spielt der TSH-Wert (Schilddrüsenwert) bei Kinderwunsch?

TSH steht für “Thyreoidea stimulierendes Hormon”. Dieses Hormon steuert die Schilddrüse und wird von einer etwa erbsengroßen Drüse an der Hirnbasis gebildet. Der TSH-Wert gibt Aufschluss darüber, wie und ob die Schilddrüsenhormone gut reguliert werden. 

Als optimaler Wert für erwachsene Frauen gilt eine TSH-Konzentration von 0,27 – 4,2 µlU/ml. Bei Kinderwunsch liegen die Werte bestenfalls im unteren Bereich, denn sowohl Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse kann mit Zyklusstörungen einhergehen und die Fruchtbarkeit stark einschränken. 

Der TSH-Wert in der Schwangerschaft

Wenn Ihr Euer Wunschbaby kaum noch abwarten könnt, Du aber an einer Schilddrüsenfehlfunktion leidest, ist eine Untersuchung der TSH-Konzentration im Blut unerlässlich. Auch zu Beginn der Schwangerschaft ist es wichtig, ein Auge auf den TSH-Wert zu haben, denn bei einem gestörten Schilddrüsenstoffwechsel kann sich das Baby nicht gut entwickeln. 

Optimale TSH-Werte während der Schwangerschaft:

  • 1. Trimester = < 2,5 mlU/l
  • 2. Trimester = < 3,0 mlU/l
  • 3. Trimester = < 3,5 mlU/l

Ich habe gute TSH-Werte, werde aber nicht schwanger! Was jetzt?

Trotz guter TSH-Werte kann es vorkommen, dass Euer Wunschkind noch etwas auf sich warten lässt. Die Gründe dafür können völlig unterschiedlich sein. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ihr Euch in regelmäßigen Abständen untersuchen lasst und Euch eine Beratung bei mehreren Ärzten einholt. 

Hier können auch Kinderwunschkliniken durch gezielte Behandlungen helfen und eine Schwangerschaft ermöglichen. Wer es aber lieber auf natürlichem Wege versuchen möchte, kann auf zahlreiche NFP (Natürliche Familienplanung) Angebote zurückgreifen. 

Übrigens: In einem anderen Artikel haben wir 12 unschlagbare Tipps für eine Schwangerschaft für Euch zusammengefasst, mit denen Ihr eurem Wunschkind einen Schritt näher kommen könnt!

Quellen