PCO-Syndrom und Kinderwunsch: Schwanger werden mit PCOS

Die Gebärmutter mit PCO bei Kinderwunsch

PCOS ist die häufigste hormonelle Erkrankung und betrifft weltweit 5-10 % der Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei führt das PCO-Syndrom oftmals zu einem unerfüllten Kinderwunsch. Wie Du mit PCOS schwanger werden kannst, wie es Deinen Eisprung beeinflusst und welche Diagnose- und Therapieverfahren Dir zur Verfügung stehen erfährst Du in diesem Beitrag. 

Was ist PCOS?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom, auch als PCOS, PCO und PCO-Syndrom bekannt, ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen. Alleine in Deutschland sind laut Schätzungen ca. 1 Millionen Frauen betroffen. Dabei können die ersten Beschwerden bereits in der Pubertät anfangen. Die Hormonstörung kommen oftmals erst mit dem Absetzen der Pille ans Tageslicht. 

Auch wenn PCOS viele Frauen betrifft, sind die Ursachen der Hormonerkrankung bis heute noch nicht ganz aufgeklärt. PCOS selbst zeichnet sich besonders durch viele kleine Eibläschen aus, die sich im Eierstock befinden, aber nicht zu einem reifen Follikel heranwachsen, daher auch der Name “polyzystisch” = viele Bläschen und “Ovarial” = Den Eierstück betreffend. 

Durch diese Hormonstörung können Zyklen sehr lang sein und Blutungen treten nur selten oder nie auf. Zudem leiden viele Frauen an einer Insulinresistenz, was konkret bedeutet, dass ihr Körper auf Insulin weniger empfindlich reagiert. So wird geschätzt, dass ca. 50-70 % der Frauen mit PCOS eine Insulinresistenz aufweisen.

Was ist der Unterschied zwischen Polyzystische Ovarien und PCO-Syndrom?

Eine von drei Frauen hat polyzystische Ovarien, ohne jedoch am PCO-Syndrom zu leiden. Von diesem ist erst die Rede, wenn zwei oder drei weitere Symptome, wie etwa erhöhte männliche Hormonwerte oder Menstruationsunregelmäßigkeiten hinzukommen.

Wie beeinflusst PCO die weibliche Fruchtbarkeit?

Das PCO-Syndrom ist vor allem eine Störung der Eierstockfunktion, die zu einer verlängerten Eireifungsphase, einem verspäteten Eisprung sowie Zyklen ohne Eisprung und dem Ausbleiben der Periode führen kann. Das liegt unter anderem daran, dass sich beim PCO-Syndrom oft ein unausgeglichenes Verhältnis zweier Hormone feststellen lässt. 

Von FSH (follikelstimulierendes Hormon) ist zu wenig und von LH (luteinisierendes Hormon) zu viel im Körper vorhanden. Durch die geringe Menge an FSH entwickeln sich während des Zykluses die Follikel zwar, aber erreichen nicht das Stadium einer Eizelle. In diesem Fall findet kein Eisprung statt, wodurch Deine Fruchtbarkeit vermindert wird.

Der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch liegt dabei vor allem an dem gestörten Hormonspiegel, der zu Zyklusstörungen führt. Das durch den unausgeglichenen Hormonhaushalt ausgelöste Übergewicht erschwert eine Schwangerschaft noch zusätzlich. 

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Der Kinderwunsch und eine damit verbundene Schwangerschaft ist deshalb oftmals auf spontanem Weg nicht möglich, aber auch nicht ausgeschlossen! Besonders jüngere Frauen haben mit PCOS größere Chancen, schwanger zu werden.

Mit PCO natürlich schwanger werden: Ist das möglich?

Studien zeigen, dass über ein Drittel aller Frauen, die an PCOS leiden, einen regelmäßigen Eisprung haben und auch auf natürliche Art und Weise schwanger werden können. Hier fällt etwas besonders auf: 

Je jünger Frauen sind, die unter PCOS leiden, desto höher sind die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft, da sich der weibliche Zyklus erst im Laufe der Zeit verändert. Eine natürliche Schwangerschaft mit PCO-Syndrom ist also durchaus möglich.

Bei Frauen mit PCO-Syndrom kommt es teilweise nur alle zwei bis drei Monate zum Eisprung. Umso schwieriger wird es mit dem Kinderwunsch, denn: Wenn kein Eisprung stattfindet (Anovulation), ist eine Schwangerschaft nicht möglich und es kommt zu einer Fruchtbarkeitsstörung.

Wenn Du zu den Frauen mit PCO gehörst, deren Eisprung sehr unregelmäßig ist oder gar vollständig ausbleibt, kann Clomifen das Mittel der Wahl sein. Diese Tabletten stimulieren die Hirnanhangdrüse, so dass LH und FSH produziert wird: Es werden also Hormone produziert, die den Eisprung auslösen. 

Auch hCG, humanes Choriongonadotropin (Schwangerschaftshormon), kann den Eisprung auslösen. Dabei weist es ähnliche Merkmale auf, wie Clomifen, hat aber eine längere Halbwertszeit und ist dadurch länger im Körper aktiv.

Erfahrungsbericht von Christine

Schwangerwerden mit PCO Erfahrungsbericht von Christin“Erst nach 2 Jahren wurde PCO bei mir richtig diagnostiziert!”

Christine leidet bereits seit langem unter dem PCO-Syndrom. Derzeit befindet Sie sich zusammen mit Ihrem Mann in einer Kinderwunschbehandlung. Auf Instagram (wir.backen.ein.baby) berichtet Sie über Ihren Weg zum Regenbogenbaby und hat für uns ein paar Fragen zu Ihrer Diagnose PCO beantwortet:

Welche Symptome hattest Du?
Ich hatte lange und sehr, sehr unregelmäßige Zyklen von 30-80 Tagen. Auch Gewichtsprobleme kamen hinzu, sodass es gefühlt sehr schwer war abzunehmen und unreine Haut.

Wie wurde PCO bei Dir diagnostiziert?
Zu aller erst wurde es auf dem Ultraschall erkannt, diese typischen vielen Follikel aneinander „gekettet“ waren sichtbar und im Blut wurden leicht erhöhte Werte festgestellt. Das alles allerdings erst beim dritten Arzt, der nach 2 Jahren Kinderwunsch endlich mal meinen Hormonstatus überprüfte. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt, daher war es keine große Überraschung. 🙈

Für welche Behandlung hast Du Dich entschieden?
Mir wurden eigentlich gar keine Behandlungen aufgezeigt. Wir haben uns entschieden eine Kinderwunschklinik aufzusuchen und dort eine IUI (Intrauterine Insemination) vorzunehmen.

Gibt es Tipps, die Du anderen Frauen mit auf den Weg geben möchtest?
Ich würde anderen Frauen raten, auf einen Hormonstatus beim Gynäkologen zu drängen, wenn Sie einen Verdacht haben unter PCO zu leiden und zusätzlich habe ich Nahrungsergänzungsmittel eingenommen.

Wie lange dauert es mit PCO schwanger zu werden?

Eine genaue Formel oder Vorhersage darüber, wie lange es dauert, mit PCOS schwanger zu werden, gibt es leider nicht. 

Doch in der Regel lässt das Wunschkind mit PCO-Syndrom eine Weile auf sich warten, denn oftmals treten erste Erfolge erst nach neun bis zwölf Monaten ein.

Typische Symptome beim PCO-Syndrom im Überblick

Da das PCO-Syndrom durch viele unterschiedliche Symptome auffällt, wird diese Hormonstörung meist erst spät entdeckt und kann erst dann dementsprechend behandelt werden. Es gibt jedoch ein paar typische Symptome, an denen Frauen mit PCO leiden. In dieser Liste zeigen wir Dir typische PCOS-Symptome:

  • Bildung von Eibläschen (Polyzystische Ovarien)
  • Erhöhte Produktion von männlichen Sexualhormonen
  • Seltene Regelblutung (Oligomenorrhö)
  • Insulinresistenz – weniger körperliche Reaktion auf Insulin
  • Übergewicht und Adipositas
  • Männliche Behaarung bei Frauen (Hirsutismus)
  • Akne
  • Erhöhtes Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Permanenter, stellenweiser Haarausfall (Alopezie)
  • Vollständiges Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö)

PCOS zeichnet sich also vor allem dadurch aus, das die Eierstockfunktionen stark beeinträchtigt sind. Gleichzeitig treten Symptome auf, die auf einen Überfluss an männlichen Hormonen deuten. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zusätzlich.  

Wie wird das PCO-Syndrom diagnostiziert?

Die Diagnose des PCO-Syndroms unterläuft nach den Rotterdam-Kriterien. Dabei müssen mindestens 2 von 3 Symptomen zutreffen, um tatsächlich von einer PCOS-Diagnose sprechen zu können. 

Bei einem Verdacht auf PCOS wird deshalb Dein Zyklus genauer unter die Lupe genommen. Daher fragt Dich Dein Arzt zunächst ausführlich nach den Abständen Deiner Regelblutungen. Wenn Dein Menstruationszyklus mehr als 35 Tage andauert oder gar keine Regelblutung stattfindet, ist das bereits ein Zeichen für PCOS. 

Wenn sich der Verdacht auf das PCO-Syndrom erhärtet, folgt eine Blutuntersuchung, bei der Dein Hormonstatus bestimmt wird. Hier wird vor allem nach dem Spiegel Deiner männlichen Hormone (Androgene) geschaut. Sobald diese Werte zu hoch sind, deutet das auch auf PCOS hin. 

Werte, die bei einem PCOS-Verdacht im Blut untersucht werden, sind:

  • Testosteron (Sexualhormon)
  • SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin)
  • Freier Androgenindex (Verhältnis von Testoreron zu SHBG)
  • Androstendion (Sexualhormon)
  • DHEAS (Dehydroepiandrosteron)
  • LH (Luteinisierendes Hormon)
  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon)
  • Estradiol (Sexualhormon)
  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
  • Prolaktin (Hormon zur Milchbildung in der weiblichen Brust)
  • 17-Hydroxyprogesteron (Natürliches Gestagen)
  • Kortisol (Stresshormon)
  • AMH (Anti-Müller-Hormon, Glykoprotein)

Um einen guten Überblick über Deine Eierstöcke zu bekommen, führt der Arzt zusätzlich einen vaginalen Ultraschall vor. Hier lassen sich bei 70% aller Frauen mit PCOS polyzystische Ovarien nachweisen. Sollten mindestens 8 Zysten an einem Deiner Eierstöcke festgestellt worden sein, ist auch das ein Merkmal für das PCO-Syndrom.

Zusammenhang zwischen PCO und Schilddrüsenfehlfunktion

Zwischen dem PCO-Syndrom und einer Schilddrüsenerkrankung gibt es tatsächlich einen Zusammenhang: So weisen Studien darauf hin, dass bei Frauen mit PCO häufiger eine autoimmunbedingte Schilddrüsenfehlfunktion vorliegt.

Eine Schilddrüsenfehlfunktion kann sich im Laufe der Zeit  in eine Über- oder Unterfunktion entwickeln und die Symptome von PCO noch zusätzlich verstärken. Häufig sind Frauen mit PCO und einer Schilddrüsenerkrankung von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen, wie aus einer Untersuchung deutscher Wissenschaftler hervorgeht.

Liegt PCO und eine Schilddrüsenerkrankung vor, sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft erneut, denn zusätzlich zur Symptomatik des PCO-Syndroms führt auch eine Schilddrüsenfehlfunktion oftmals zu Zyklusstörungen.

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Was tun bei PCO und Kinderwunsch? Behandlungen und Erfolgschancen

Wenn Du einen Kinderwunsch hast, dann sieht Dein Behandlungsweg etwas anders aus, als bei Frauen mit PCOS ohne Kinderwunsch. Bei Frauen ohne Kinderwunsch kann die Anti-Baby-Pille Abhilfe schaffen und den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. 

Doch auch Frauen mit PCO-Syndrom und Kinderwunsch stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung um PCOS zu behandeln. 

Kann sich PCO zurückbilden und ist PCO vererbbar?

PCOS beginnt meist in der Pubertät, wird aber erst später als solches erkannt. Bei einigen Frauen bilden sich polyzystische Ovarien im Erwachsenenalter sowie in den Wechseljahren zurück. Dabei ist das PCO-Syndrom laut Studien vererbbar.

PCO Syndrom Behandlung

Für die Behandlung von PCOS gibt es unterschiedliche Medikamente, die Wirkung zeigen. Ganz oben auf der Liste steht der Wirkstoff Metformin. Dieser wird zur Behandlung von Diabetes Typ 2 benötigt, kann aber auch bei PCOS gute Erfolge erzielen. Metformin hilft übrigens auch PCOS-Patientinnen, die keine Insulinresistenz aufweisen. 

Eine weitere Möglichkeit ist das bereits erwähnte Mittel Clomifen. Doch auch ein operativer Eingriff kann durchaus erfolgversprechend sein. Mit der sogenannten “Fertiloskopie” werden mit einer kleinen Nadel Einstiche in den Eierstock vorgenommen. Doch diese Operation sollte als letztes Mittel in Betracht gezogen werden, also dann, wenn die Behandlung mit Clomifen keine Wirkung gezeigt hat. 

PCO Syndrom natürlich behandeln

Natürliche Behandlungsmöglichkeiten sind in der Regel die ersten Schritte, die Frauen mit PCOS unternehmen. Doch auch diese können Erfolge erzielen. So hilft bei PCOS-Patientinnen manchmal schon eine Gewichtsreduktion von 5 bis 7 %, um die starken Symptome von PCO deutlich zu mildern. 

Wie Abnehmen PCO lindern kann

Weltweit leiden ca. 50 % der Frauen mit PCO-Syndrom an Übergewicht. Das liegt auch an der Insulinresistenz, die bei PCOS sehr häufig auftreten kann. Diese tritt vor allem wegen dem aus den Fugen geratenen Hormonhaushalt auf und erschwert die Gewichtsreduktion erheblich.  

Dabei können schon viele Frauen ihr Leiden durch mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung lindern. Hier kann der Verlust von 10 % des Körpergewichts bereits dazu führen, dass typische PCOS Symptome zurückgehen, wie die Körperbehaarung oder ein unregelmäßiger Zyklus. 

Wenn Du an PCOS leidest, ist es ratsam, auf Weißmehlprodukte und Süßigkeiten zu verzichten. Stattdessen kannst Du Gemüse, Vollkorn und sättigende Eiweiße auf deinen Speiseplan stellen, ergänzt mit wertvollen omega 3-haltigen Ölen, wie etwa Walnussöl oder Leinöl. 

Quellen

* Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei
* Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei.
* Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei

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