IVF und Kinderwunsch: Ablauf, Kosten und Chancen

IVF Kinderwunsch

Wusstest Du, dass die Erfolgschancen bei einer IVF schwanger zu werden bei ungefähr 30 % liegen? Durch mehrere Behandlungen kann sie sogar noch erhöht werden. Hier erfährst Du, ob eine IVF für Dich geeignet ist, wie sie abläuft und mit welchen Kosten Du rechnen musst.

Was ist IVF?

IVF steht für In-Vitro-Fertilisation und ist eine Form der künstlichen Befruchtung. Die Befruchtung zwischen Eizelle und Spermium findet in einem Reagenzglas (in vitro), außerhalb des Körpers, statt. 

Die IVF-Therapie gilt als Standardbehandlung der Reproduktionsmedizin und findet in fein aufeinander abgestimmten Schritten statt.

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Wie läuft eine IVF-Behandlung ab?

Eine IVF-Behandlung findet in drei getrennten Phasen statt:

1. Gewinnung der Eizelle

In der ersten Phase findet die sogenannte Downregulation statt. Dabei wird mithilfe von Medikamenten (GnRH-Analoga) die körpereigene Hormonproduktion heruntergeregelt.

Vereinfacht erklärt bedeutet dies, dass der Zyklus im Vorfeld reguliert wird, um einen spontanen Eisprung zu verhindern und den optimalen Zeitpunkt für den Eisprung zu wählen.

Über Hormonspritzen werden dann die Eierstöcke stimuliert. Ziel ist es, möglichst mehrere Eizellen zum Reifen anzuregen, um die Chancen zu erhöhen. Die Hormonspritzen müssen bis zu 13 Tage lang gegeben werden.

So lange kann es dauern, bis die Stimulation Wirkung zeigt. Unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle können die Injektionen  auch selbst verabreicht werden.

Nach dem erfolgreichen Heranreifen einer oder mehrerer Eizellen wird der Eisprung  durch eine weitere Hormonspritze ausgelöst. Nach ungefähr zwei Tagen findet die Punktion der Eizellen durch die Scheide statt.

Das bedeutet, die Eizellen werden mit einer feinen Nadel angesaugt. Am selben Tag wird der Partner gebeten, eine Samenprobe abzugeben oder eine tiefgefrorene Probe wird im Labor aufbereitet.

2. Befruchtungsphase

Nun erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers in einem Reagenzglas. Das Glas enthält eine Nährflüssigkeit und hat Körpertemperatur. Dies ist die ideale Grundlage, die Spermien des Mannes zu den Eizellen zu geben.

In einem Brutschrank, der ebenfalls Körpertemperatur hat, werden Spermien und Eizellen etwa 2 Tage lang bebrütet. Damit soll eine spontane Befruchtung ausgelöst werden.

3. Nachbefruchtungsphase

Sobald mindestens ein Embryo herangereift ist, findet der Transfer statt. Dabei wird der Embryo mit einem flexiblen Katheter in die Gebärmutter gesetzt. Maximal drei befruchtete Eizellen können eingesetzt werden.

In der zweiten Zyklushälfte wird das Wachstum des Embryos mit einem Hormon (Progesteron) unterstützt. Dieses kann als Kapsel, Spritze, Gel oder als Zäpfchen über die Scheide dem Körper zugeführt werden.

Nach etwa 14 Tagen lässt sich über das Schwangerschaftshormon (hCG) in Blut oder Urin nachweisen, ob die künstliche Befruchtung erfolgreich war. Falls nicht, muss die Behandlung erneut durchgeführt werden.

Wie lange dauert eine IVF-Behandlung? 

Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Länge des Zyklus. Am 2. – 3. Tag der Periode werden die Eierstöcke hormonell stimuliert. Die Stimulation kann bis zu 13 Tage in Anspruch nehmen.

Das Reifen der Eizellen dauert, wie auch im natürlichen Zyklus, 10 bis 14 Tage. Zwei Tage nach der Reifung werden die Eizellen entnommen. Nachdem sie etwa 2 Tage bebrütet wurden, werden sie wieder in die Gebärmutter gesetzt. Nach ungefähr 14 Tagen kannst Du einen Schwangerschaftstest machen.

Was ist eigentlich eine IVF-Naturelle?

Die IVF-Naturelle© richtet sich speziell an Frauen, die ihren Körper nicht zusätzlich mit Hormonen belasten wollen. Die Gabe von Spritzen fällt weg und die Behandlung orientiert sich am natürlichen Zyklus der Frau.

Die Eizellen reifen ohne zusätzliche Stimulation. Unter Umständen kann eine Stimulation auf sanftere Weise mit Tabletten durchgeführt werden, jedoch richtet sich die IVF-Naturelle© stark nach den Bedürfnissen der Patientinnen.

Aufgrund der höheren Fruchtbarkeit von Frauen unter 40 Jahren, verspricht die natürliche IVF-Behandlung bei ihnen den größten Erfolg.

Für wen ist die IVF geeignet? 

Eine IVF bietet sich vor allem für Frauen und Paare an, die auf natürlichem Wege kein Kind bekommen können, weil sie beispielsweise nur eingeschränkt funktionsfähige Eierstöcke besitzen oder von verklebten Eileitern betroffen sind, wodurch der Transport der Eizellen eingeschränkt ist. Aber auch bei hormonellen Störungen kann eine IVF infrage kommen.

Neben hormonellen Störungen, kann eine IVF auch bei einer leicht eingeschränkten Spermienqualität des Mannes sinnvoll sein, da die Spermien einen kürzeren Weg zur Eizelle zurücklegen müssen. Falls die Spermien des Mannes nicht infrage kommen, können auch Spendersamen für die Behandlung eingesetzt werden.

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Wie hoch ist die Chance mit einer IVF schwanger zu werden? 

Die Chance mit einer IVF eine Schwangerschaft zu erreichen liegt bei ca. 30 %. Mit ungefähr 30 Jahren nimmt sie jedoch ab. Mit 40 Jahren erleben nur noch ca. 15 % der Frauen einen Schwangerschaftserfolg.

Nicht unwesentlich für den Erfolg ist auch die Ausprägung Deiner Unfruchtbarkeit. Erfahrungsgemäß steigt jedoch der Behandlungserfolg nach mehreren IVF-Zyklen. Über die Anzahl der Versuche gibt es keine allgemeingültige Aussage. Neben der Ausprägung der Fruchtbarkeitsstörung ist auch die Menge Deiner entnommenen Eizellen erfolgsentscheidend.

Ist die Chance mit einer ICSI-Behandlung schwanger zu werden höher? Hier erfährst Du mehr  >> ICSI & Kinderwunsch: Ablauf, Kosten & Chancen.

Was passiert beim Assisted Hatching? 

Assisted Hatching bedeutet vereinfacht gesagt “Schlüpfhilfe”. Am 5. bis 6. Tag, nachdem die Eizelle befruchtet wurde, schlüpft der Embryo für gewöhnlich aus seiner Hülle. Damit ist die Hülle gemeint, die die Eizelle umgibt.

Ist die Hülle der Eizellen jedoch zu dick oder fest, kommt das Assisted Hatching zum Einsatz, wobei mit einem Laser die Hülle verdünnt oder leicht eingeschnitten wird. So kann der Embryo leichter schlüpfen und sich in der Gebärmutter einnisten.

Wie viel kostet eine IVF-Behandlung? 

Die Kosten für Selbstzahler liegen bei ungefähr 2000 Euro pro Behandlungszyklus. Wir empfehlen Dir, Dich bei Deiner Krankenkasse über die Bedingungen zur Kostenübernahme zu erkundigen, denn viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen zur Hälfte die Kosten der Behandlung. 

Bedingungen sind, dass Du und Dein Partner verheiratet und zu Behandlungsbeginn mindestens 25 Jahre alt seid. Sobald Du das 40. Lebensjahr vollendet hast und Dein Partner das 50. übernimmt die Kasse die Kosten in der Regel nicht mehr. Es gelten jedoch für jede Kasse und jedes Bundesland andere Bedingungen.

Ist eine IVF mit einer Endometriose möglich?

Eine IVF ist für Frauen mit Endometriose möglich. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Endometriome nicht größer als vier Zentimeter werden. In diesem Fall ist die Kinderwunschbehandlung noch möglich und wird einer Operation vorgezogen.  

Endometriome sind mit Blut gefüllte Zysten. Sie können symptomatisch auftreten, wenn sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut im Bereich der Vulva gebildet hat.

Es könnte sonst die Gefahr bestehen, dass geringfügige Verletzungen oder Blutungen die Fruchtbarkeitsorgane beeinträchtigen. 

Vor allem bei fortgeschrittener Endometriose mit eingeschränkter Funktion der Eierstöcke oder qualitativ schlechter entwickelten Eizellen, bietet sich die IVF an, da der Embryo direkt in die Gebärmutter gesetzt wird. 

Der Erfolg ist jedoch immer auch vom Stadium der Erkrankung und den begleitenden Symptomen abhängig. Wir empfehlen, dass Du Dich von einem Facharzt beraten lässt, der mit Dir einen Behandlungsplan erarbeitet und die Voraussetzungen für Deinen Kinderwunsch prüft.

Risiken einer IVF-Behandlung 

Eine In-Vitro-Fertilisation beinhaltet natürlich auch gewisse Risiken, doch welche sind das? 

  • Vaginale Blutungen: Der Eingriff findet über die Scheide statt und kann zu kleinen Verletzungen führen, die sich durch Blutungen äußern.
  • Überstimulation der Eierstöcke: Die Eierstöcke können sich durch die Hormongabe vergrößern und Schmerzen verursachen.
  • Höheres Alter = geringere Chance: Mit dem 30. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit zunehmend und ist mit über 40 erheblich verringert. Das setzt auch die Chance mit einer IVF schwanger zu werden herab.
  • Fehlgeburt: Mit höherem Alter der Frau, d. h. ab ca. 35 Jahren, ist das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten Wochen besonders hoch.
  • Mehrlingsschwangerschaften: Bei der IVF-Behandlung werden häufig 2 – 3 befruchtete Eizellen übertragen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft.

Wenn Du Dir unsicher bist oder Sorge wegen der IVF-Behandlung hast, kann Dir Dein Arzt sicher weiterhelfen und mit Dir und Deinem Partner die für Euch passende Behandlungsform wählen. So könnt Ihr Euch mit gutem Gefühl bestimmt schon bald auf Euer kleines Wunder freuen.

Möchtest Du wissen, wie Du und Dein Partner Euren Kinderwunsch unterstützen könnt? Hier gehts zum Artikel >> 12 unschlagbare Tipps zum schnell schwanger werden.

Quellen

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