▷ Azoospermie & Kinderwunsch: Ursachen, Behandlung

Azoospermie: Ursachen und Behandlung bei Kinderwunsch

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Wusstet Ihr, dass bei einem unerfüllten Kinderwunsch mit einem Drittel Wahrscheinlichkeit  die Gründe beim Mann liegen können? Azoospermie ist eine mögliche Ursache dafür, dass es mit dem Schwangerwerden nicht klappt. In 5 von 100 Fällen ist Azoospermie die direkte Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. In diesem Blogartikel erfahrt Ihr kompakt, was Azoospermie genau ist, wie sie entsteht und ob man sie heilen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Azoospermie?

Von einer Azoospermie ist die Rede, wenn im Ejakulat keine Spermien festgestellt werden können. Es handelt sich also um eine Fruchtbarkeitsstörung des Mannes. Es kommt zwar zum Samenerguss, aber dieser enthält keine Spermien, die die Eizelle der Frau für eine Schwangerschaft befruchten müssten. Dabei wird nochmals zwischen zwei Arten von Azoospermie unterschieden:

  • Obstruktive Azoospermie: Bei dieser Form der Azoospermie werden zwar Spermien gebildet, aber sie können aufgrund eines Samenwegsverschlusses nicht in das Ejakulat gelangen. Ungefähr 40 Prozent aller von Azoospermie betroffenen Männer bekommen diese Diagnose. Oftmals lässt sich eine obstruktive Azoospermie behandeln.
  • Nicht-obstruktive Azoospermie: Hierbei ist die Spermatogenese gestört, das heißt, es werden generell nicht ausreichend Spermien produziert. Das kann genetischen Ursprungs sein oder an anderen Einflüssen liegen. Auch bei einer nicht-obstruktiven Azoospermie gibt es Behandlungsmöglichkeiten.

Weil die Azoospermie ohne merkbare Beeinträchtigungen auftritt, bemerken die meisten Männer die Störung erst, wenn sie kein Kind zeugen können.

Kann man trotzdem schwanger werden?

Eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ist bei einer Azoospermie in den allermeisten Fällen nicht möglich. Manchmal kann die Ursache für Azoospermie behandelt werden, dazu findet Ihr später mehr im Text. Aber: Dank künstlicher Befruchtung steigt die Chance für Euch, auch mit Azoospermie trotzdem schwanger zu werden.

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Was sind die Ursachen für Azoospermie?

Es gibt mehrere Gründe für eine Azoospermie. Sie kann angeboren sein oder erworben werden. In etwa der Hälfte der Fälle tritt die Azoospermie ohne identifizierbare Ursache auf.

Gestörte Spermienproduktion und -entwicklung

Meistens ist für die Azoospermie eine Störung der Spermienentwicklung verantwortlich. Die Spermien reifen nicht richtig heran oder die Samenwege sind blockiert, sodass die vollständige Produktion nicht normal funktionieren kann. Ursachen dafür sind beispielsweise:

  • Nikotin, Alkohol oder Drogen,
  • bestimmte Medikamente,
  • Chemo- oder Strahlentherapie,
  • übermäßige Erwärmung der Hoden (durch Bäder oder zu enge Unterwäsche),
  • Umweltgifte wie Pestizide, Schwermetalle oder Lösungsmittel.

Die Samenleiter können aufgrund von sexuell übertragbaren Krankheiten, wie etwa der Gonorrhö, verkleben. Die Spermien können so nicht von den Hoden in die Harnröhre gelangen. Durch eine Virusinfektion kann die Spermienproduktion übrigens nur vorübergehend beeinträchtigt werden. Es gibt demnach auch Fälle, bei der eine Azoospermie reversibel ist. 

Weil auch Medikamente für eine eingeschränkte Spermienfunktion verantwortlich sein können, kann es sein, dass trotz Azoospermie plötzlich wieder Spermien da sind, sobald die Medikamente abgesetzt werden. Eine ärztliche Fachperson berät Euch bzw. Deinen Partner dazu, ob in Eurem Fall Medikamente einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit haben könnten.

Hormonelle Störungen des Gehirns 

Seltener ist eine hormonelle Störung im Gehirn ausschlaggebend für eine Azoospermie. Die Bildung des männlichen Geschlechtshormons wird durch verschiedene andere Hormone im Gehirn angestoßen. Sind diese gestört, ist davon folglich auch die Testosteronbildung betroffen. Es kann passieren, dass die Produktion der Samenzellen deshalb verhindert oder nur vermindert möglich ist. Solche hormonellen Störungen können übrigens sowohl im Laufe des Lebens erworben werden als auch angeboren sein.

Genetik

Die Ursache einer Azoospermie kann auch mit der Genetik zusammenhängen. Dabei handelt es sich meistens um eine abweichende Anzahl der Geschlechtschromosomen XY. Genetische Defekte wie das Klinefelter- und das Prader-Willi-Syndrom sind direkte Ursachen für Azoospermie.

Wie wird Azoospermie diagnostiziert?

Meistens wird eine Azoospermie entdeckt, wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht. Auch der Mann sollte sich dann einem Arzt oder einer Ärztin vorstellen. Zunächst wird die Vorgeschichte des betroffenen Mannes geklärt. Auch körperliche Anzeichen, wie etwa Besonderheiten bei Penis oder Hoden, die Stimmlage oder die Behaarung können Anzeichen geben, die für die Diagnose wichtig sind.

Klarheit bekommt man über ein Spermiogramm. Das ist eine Spermaanalyse. Liegt eine Azoospermie vor, sind keine Spermien im Ejakulat auffindbar. Wenn Ihr mehr zum Spermiogramm erfahren möchtet, ist unser Blogartikel zu dem Thema richtig >> Spermiogramm bei unerfülltem Kinderwunsch: Ablauf und Auswertung.

Wird ein Spermiogramm von der Krankenkasse übernommen?

Die Kosten für ein Spermiogramm können von der Krankenkasse erstattet werden, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Dieser wird vom Arzt oder von der Ärztin bestätigt, sollte eine Spermaanalyse als notwendig erachtet werden.

Weil eine Azoospermie durch mehrere Gründe verursacht werden kann, reicht ein Spermiogramm in der Regel nicht aus. Es stehen zum Beispiel Hormonuntersuchungen an, genetische Tests oder immunologische Untersuchungen. Zudem werden manchmal die ableitenden Samenwege auf ihre Durchgängigkeit überprüft und Proben aus dem Hoden entnommen.

Kann man eine Azoospermie heilen?

Bei einer Azoospermie Heilung zu versprechen, wäre nicht richtig. Es ist leider eher selten möglich, eine Azoospermie erfolgreich zu behandeln. Manchmal klappt es aber: 

  • Liegt es an einer gestörten Spermienentwicklung, kann probiert werden, diese durch gewisse Medikamente und einen gesünderen Lebensstil zu verbessern.
  • Wenn die Samenleiter blockiert sind, können diese durch eine OP wieder durchgängig gemacht werden.
  • Sind hormonelle Störungen an der Azoospermie Schuld, werden in manchen Fällen Hormonpräparate eingesetzt.
  • Bei bakteriellen Infektionen kann ein Antibiotikum verschrieben werden.

Wenn die Samenwege nicht wieder frei gemacht werden können und auch die anderen Ansätze keine Wirkung erzielt haben, dann steht Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch noch die Option einer künstlichen Befruchtung zur Verfügung. Trotz Samenzellproduktionsstörung können durch kleine Operationen Samenzellen aus dem Hodengewebe entnommen werden. Das nennen Mediziner und Medizinerinnen „Testikuläre Spermatozoen-Extraktion” (TESE). Im Anschluss wird das männliche Erbgut in die Eizelle eingepflanzt. Über die künstliche Befruchtung haben auch Männer mit Azoospermie gute Chancen, ein Kind zeugen zu können.

Wie beuge ich einer Azoospermie vor?

Für manche Gründe einer Azoospermie lässt sich das Risiko mindern:

  • Die Verminderung der Samenqualität lässt sich durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung und keine Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten oder Drogen können die Spermienqualität unterstützen. Mehr Tipps dazu findet Ihr in diesem Blogartikel >> Checkliste: 8 Tipps für eine verbesserte Spermienqualität.
  • Wenn eine Chemo- oder Strahlentherapie aufgrund einer Krebserkrankung durchgeführt werden muss, könntet Ihr überlegen, vorher Spermien einfrieren zu lassen.
  • Azoospermie kann auch durch sexuell übertragbare Krankheiten ausgelöst werden. Davor schützt das Kondom.
  • Mumps ist ebenso ein potenzieller Grund für Azoospermie. Die Impfung gegen Mumps wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und beugt das Risiko einer Erkrankung vor.

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