Auf welche Lebensmittel sollte ich in der Stillzeit verzichten?
Gesunde Entwicklung des Babys beginnt bei der richtigen Ernährung der Mutter während der Stillzeit
Nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit gelangen viele Stoffe, die die Mutter zu sich nimmt, über die Muttermilch in den Körperkreislauf des Kindes. Dass Alkohol, Nikotin und andere Drogen nicht zuträglich für eine Entwicklung des Babys sind, wissen alle Eltern. Doch welche alltäglichen Lebensmittel liefern förderliche Inhaltsstoffe und welche können die gesunde Entwicklung des Kindes beeinträchtigen? Die folgende Übersicht zeigt Ihnen genau dies auf.
Obst und Gemüse
- Wichtige Mineralien und Vitamine für Mutter und Kind stecken in Obst und Gemüse. Speziell Südfrüchte, wie Ananas, Melone und Mango liefern viel Vitamin A. Vitamin A fördert die gesunde Entwicklung Ihres Kindes und insbesondere seiner Organe. Bananen sind gute Lieferanten von Vitamin B6. Auch heimische Früchte wie Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren tun Ihnen und Ihrem Baby gut. Zitrusfrüchte wie Orangen und Mandarinen spenden Ihnen und Ihrem Baby wertvolles Vitamin C. In seltenen Fällen kann die Säure von Citrusfrüchten allerdings einen wunden Po Ihres Babys verursachen. Möhren, Tomaten, Kohlrabi und Spargel versorgen Sie mit Vitamin A.
Backwaren, Brot und Getreide
- Vollkornprodukte sind der Inbegriff gesunder und ausgewogener Ernährung. Sie machen die Muttermilch reich an B-Vitaminen, insbesondere Vitamin B2. Pumpernickel ist bekannt für einen hohen Gehalt an Magnesium und Eisen. Wer gern Müsli mag, ist mit Haferflocken gut beraten. Sie enthalten viel von dem wichtigen Vitamin B1.
Eier und Eierspeisen
- Generell können in der Stillzeit hartgekochte, durchgegarte Eier ohne Bedenken verzehrt werden. Zwei bis drei Eierspeisen pro Woche unterstützen die Eiweißversorgung von Ihnen und Ihrem Kind. Vorsicht ist geboten bei rohen oder nicht durchgegarten Eiern bzw. Speisen, welche auf Roheizubereitung basieren (z.B. Tiramisu). Rohe Eier laufen Gefahr mit Listeria-Bakterien oder Salmonellen befallen zu sein.
Milch, Milcherzeugnisse und Käse
- Eine Ernährung mit viel Vollmilch, Buttermilch, Joghurt, Kefir und Käse liefert für die Stillzeit wichtige Mineralstoffe, Kalzium, Jod, Phosphor und Vitamine, insbesondere Vitamin B2 und B12. Wählen Sie bei Joghurt, Milch und Quark ruhig die fettarmen Varianten. Vollfette Mich und die daraus hergestellten Speisen wie Butter, Sahne (auch Sahnepuddings) sowie fertige Fruchtjoghurts und Fruchtquarks sind in sehr geringen Mengen zu genießen, da sie häufig nicht nur einen hohen Fett- sondern auch einen hohen Zuckeranteil aufweisen. Rohmilch und Vorzugsmilch und die daraus hergestellten Produkte können den Erreger der Rindertuberkulose, Listeria-Bakterien und andere Krankheitserreger enthalten. In der Stillzeit können diese Erreger Mutter und Kind massiven Schaden zufügen. Von einer Ernährung mit Rohmilchprodukten ist daher abzuraten! Stillenden Frauen empfehlen Ernährungswissenschaftler pro Tag etwa zwei kleine Gläser Milch, 150 Gramm Joghurt und 25 Gramm Käse (ca. eine Scheibe). Natürlich können Sie die Milch durch einen weiteren Joghurt ersetzen. Fettarme Milch ist unter anderem in Produkten wie Naturjoghurt, Sauer- und Buttermilch sowie fettarmer Butter und Margarine enthalten. Tipp: Insbesondere Vegetarierinnen liefert Milch viele wichtige Nährstoffe.
Fleisch und Fleischerzeugnisse
- Sie als Mutter geben Ihrem Baby durch die Muttermilch viele wichtige Nährstoffe weiter. Um keine Unterversorgung bei Ihnen oder Ihrem Baby zu riskieren, ist es ratsam auf die Deckung Ihres Mehrbedarfs zu achten. Ähnlich wie Milchprodukte eignet sich auch mageres, gut durchgegartes Fleisch für die Deckung Ihres Eiweißbedarfs. Besonders Rindfleisch spendet zusätzlich Folsäure, Niacin und Vitamin B12. Achten Sie auf Bioqualität, da Fleisch aus konventioneller Zucht eventuell chemisch belastet sein könnte. Ebenfalls weniger empfehlenswert für die Ernährung während der Stillzeit sind Fleischsorten, die viel Fett enthalten sowie rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch wie beispielsweise Mett.
Getränke
- In der Stillzeit benötigt der Körper der Mutter mehr Flüssigkeit zur Förderung der Milchbildung. Optimal sind 3 - 5 Liter über den Tag verteilt. Geeignete Getränke zur Deckung sind kochsalz- und natriumarme Mineralwässer, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees, Buttermilch, H-Milch sowie kalorienarme Fruchtschorlen. Kaffee und Cola sind nur in geringen Mengen empfehlenswert, denn das in ihnen enthaltene Koffein geht in die Muttermilch über und kann Ihr Baby lebhaft und unruhig machen. Wenn Sie nicht auf Kaffee verzichten möchten, trinken Sie am besten direkt nach einer Stillmahlzeit. Auf diese Weise sinkt der Koffeinspiegel bis zum nächsten Stillen wieder deutlich ab.Auf alkoholische Getränke, insbesondere auf Schnaps und anderes Hochprozentiges, sollte während der Stillzeit vollkommen verzichtet werden. Ein Baby kann mit der Muttermilch aufgenommenen Alkohol aufgrund der noch unreifen Leberfunktion schlecht abbauen. Die Folge: Das Baby trinkt schlechter, wird müde und möglicherweise in seiner Entwicklung beeinträchtigt!
Süßigkeiten
- Der Appetit auf Süßes ist in der Stillzeit bei vielen Müttern recht groß. Aufgrund ihres hohen Zucker- und Fettgehalts sowie oftmals ihrer Freiheit von Nährstoffen, versuchen Sie nicht zu viel zu naschen. Tipp: Ersetzen Sie Süßigkeiten mit frischem Obst. Obst enthält Fruchtzucker ist aber viel gesünder als jedes Stück Schokolade!